Der erste Tag mit Oups


Tja, manchmal fühlt sich der Schulanfang ein wenig an wie ein Sprung ins kalte Wasser, oder? Und das, obwohl wir alle uns bestmöglich auf alle Anforderungen vorbereiten, Planungen schreiben, Materialien basteln, laminieren, ordnen, aussortieren, abstauben….

Besonders wenn man davor steht eine neue – vielleicht sogar erste Klasse zu übernehmen, ist die Anspannung groß. Oft mischen sich Vorfreude und Nervosität – so war das zumindest im letzten Jahr bei mir, obwohl ich nun schon seit 1999 im Schuldienst stehe. Man kann nicht alles vorausplanen, man weiß nicht, was kommen wird und vor allem wie es wird…. und vieles hängt da natürlich von den Kindern ab. Ich habe in den letzten Jahren beobachtet, dass es immer wichtiger wird, als Lehrerin in voller Präsenz da zu sein. Die Kinder fordern sehr viel Klarheit, brauchen ganz viel Orientierungshilfen mit klaren Strukturen, Rituale, die Sicherheit geben und Ruhe schaffen – innen als auch außen…

Am besten kann man diese Ruhe und Klarheit schaffen, wenn man sich selbst stark und sicher fühlt – mir gelingt das am besten, wenn ich genau weiß, was ich will. Und obwohl ich ansonsten gerne vieles spontan entscheide,  plane ich, was den kleinen Oups betrifft, auch Einzelheiten bis ins Detail vor.

 

Falls du mit den Materialien noch nicht vertraut bist, kannst du dich hier noch genauer informieren.

Noch in den Ferien erhalten die Kinder einen Brief von mir, in dem sie erfahren, dass ich gemeinsam mit Oups darauf warte, sie kennen zu lernen. Dieser Brief wird hier in Kürze zum Download und als bearbeitbare Vorlage für euch bereitstehen.

Es ist so weit! Zeit einander kennen zu lernen

Vor dem ersten Schultag bereite ich einige Dinge vor:

An der Wand hänge ich dieses selbstgemalte Bild auf:

Es zeigt unseren Planeten Erde. Rechts oben habe ich ein Bild vom Herzplaneten angebracht und einen kleinen Feldstecher – mit diesem schaute Oups immer zu uns runter, bevor beschloss, sich auf den Weg zu uns zu machen und uns zu helfen, weniger zu streiten und einanader mehr zu helfen…

Ganz gerne bereite ich auch einen Sesselkreis vor. Wenn die Sessel mit Namensschildchen oder Namenssymbolen gekennzeichnet sind, können die Kinder beim ersten Eintreten in die Klasse ihren Sessel suchen und dort Platz nehmen. Du könntest aber auch diese Begrüßungskarten auflegen. Du findest sie hier.

Beim Suchen entstehen erste kleine Kontakte, ich helfe hier, ich helfe da und nutze die Chance die erste Begegnung gleich als eine unterstützende und positive zu gestalten. Wenn dann alle sitzen kann es sein, dass auch du von neugierigen Blicken schon fast durchlöchert wirst und viele Kinderaugen nervös und aufgeregt durch den Raum huschen. Auf diesen Moment habe ich mich eigentlich am meisten gefreut am ersten Schultag. Und dann sagte ich folgenden Satz: ,,Puh, Kinder, seid ihr auch so aufgeregt wie ich?” Eigentlich war von da an bei den meisten Kindern das Eis gebrochen und wir besprachen die Aufregung der letzten Tage, das Aufwachen in der Früh und die meisten Kinder meldeten sich zu Wort.

Anschließend gibt es bei euch vielleicht auch ein kleines Bewegungsspiel oder Zeit für das Suchen des Sitzplatzes in der Klasse … Vielleicht ganz am Anfang – vielleicht auch etwas später wird dann der Blick der Kinder auf die Schatztruhe fallen, die ich unweit unseres Sitzkreises aufgestellt habe… Wenn nicht, dann frage ich die Kinder: Kannst du dich an den Brief erinnern, den ich dir in den Ferien geschickt habe? Weißt du noch, von wem ich dir erzählt habe? ….

So erinnern wir uns gemeinsam an den kleinen Freund, der da ja wohl irgendwo darauf wartet und uns kennenlernen möchte..

Vorsichtig trage ich die verschlossene Kiste in die Mitte unseres Kreises. In dieser wartet Oups darauf, die Kinder kennen zu lernen. Ich erzähle den Kindern, dass er etwas schüchtern ist, und deshalb noch ein wenig  in seinem Versteck bleiben möchte….

Als nächstes lese ich den Kindern das Buch “Oups, wer bist denn du” vor.

Danach flüstere ich zu Oups in die Kiste und frage ihn, ob er bereit ist, rauszukommen…..

Gaaaanz langsam wird der Deckel der Kiste hochgehoben, nur ein kleines bisschen… es muss natürlich ganz leise sein in der Klasse, sonst kommt Oups nämlich nicht aus seinem sicheren Versteck.

Am ersten Tag bleibt Oups auf meinem Schoß und ich beantworte die Fragen der Kinder, vielleicht stelle aber auch ich “im Auftrag von Oups” ein paar Fragen und nutze so die Chance, die Kinder ein wenig besser kennen zu lernen…

Zum Beispiel: ,, Oups hat mir grad geflüstert, dass er heute Nacht auch so aufgeregt war, dass er fast nicht einschlafen konnte.” Oups freut sich am meisten auf das Singen. Du auch? Worauf freust du dich am meisten?”

Nun erzählt Oups den Kindern, warum er gekommen ist, wobei er der Klasse helfen möchte, worauf er sich freut,….

Das erste Lied der CD “Lieder mit Oups” – “Hallo, ich freu mich “ kann nun mit den Kindern gemeinsam zur CD oder mit Gitarrenbegleitung gesungen werden. Mehr zu diesem Lied findest du in dem Blogbeitrag https://www.oups.com/blog-herzensbildung/hallo-oups-schulanfang/

Anschließend erhalten die Kinder ihre Oups – Arbeitshefte und dürfen die erste Seite darin gestalten, indem sie ein Bild ihres neuen Freundes, Oups, zeichnen.

Die nächsten Schritte beschreibe ich dir im Blogbeitrag “Vom starken Ich zum starken Wir” . Hier kannst du lesen, wie ich es mit Oups in der Klasse weitergeht und wie er uns hilft, eine friedvolle , starke Gemeinschaft aufzubauen.

Wenn die Kinder sofort in die Kiste schauen möchten, würde ich zum Beispiel das Programm einfach umdrehen und mich völlig auf die Dynamik der kleinen Neuankömmlinge einlassen. Natürlich gibt es unzählig viele Möglichkeiten mit Oups zu starten, meine Ausführungen hier sollen natürlich auch nur als Anregungen angesehen werden. Ich freue mich wie immer sehr, von euren Ideen zu lesen. Gerne in den Kommentaren oder per e-mail an m.stoeckler@werteart.com

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